„Metamorphosen“
Konzert
Schönberg, Mahler, Strauss

Arnold Schönberg
Verklärte Nacht op. 4
Gustav Mahler
Adagietto aus: Sinfonie Nr. 5 cis-Moll
Richard Strauss
Metamorphosen TrV 290 in einer reduzierten Fassung

Martina Gedeck Sprecherin
Axel Fuhrmann Regie
Johannes Klumpp Leitung

Als Arnold Schönberg den Doktor Faustus in Händen hielt, traute er seinen Augen nicht: Der Roman beschrieb seine eigene Entwicklung, die Zwölftontechnik. Bis in Details ziehen sich Parallelen: Adrian Leverkühns Erstlingskomposition Meeresrauschen könnte Schönbergs Verklärte Nacht sein. Vollendet am 31. Dezember 1899 ist sie ein letztes Statement der hochemotionalen, schwärmerischen und noch tonalen Romantik.
Mit Gustav Mahler fand auch ein anderer Spätromantiker Eingang in Manns Werk. Im Tod in Venedig verleiht Mann der Hauptfigur Gustav von Aschenbach „die leidenschaftlich strengen Züge“ Mahlers und schafft so einen „Helden der Schwäche“, der „am Rande der Erschöpfung arbeitet und sich das Äußerste abgewinnt“. In seiner berühmten Verfilmung verwendet Luchino Visconti Mahlers Adagietto aus der 5. Sinfonie. Hier zitiert Mahler wiederum sein eigenes Lied: Ich bin der Welt abhanden gekommen.
Aus Amerika richtete sich Thomas Mann während des Zweiten Weltkriegs via Radio an das deutsche Volk und versuchte so, Einfluss von außen zu nehmen. Der Komponist Richard Strauss war innen geblieben und hatte sich mit den Machthabern arrangiert. Nach Kriegsende stand er als alter Mann vor den Trümmern der Häuser, die seine Musik gespielt hatten. Trauer, Schuld und Verzweiflung spiegeln sich in seinen Metamorphosen.
Die Identifikation des Künstlers mit den kulturellen und politischen Entwicklungen seines Vaterlandes ist Fokus dieses Thomas-Mann-Abends. Rezitationen ausgewählter Texte des Schriftstellers, historische Film- und Fotodokumente sowie Zitate seiner Radio-Ansprachen ergänzen sich zu einer eindrucksvollen, spannungsgeladenen Spurensuche nach der Bedeutung von Identität in Zeiten des Krieges und des politischen Wandels.
Axel Fuhrmann ist Autor, Regisseur und Produzent zahlreicher Musik-Dokumentarfilme für europäische Sender wie ARD, ZDF oder Arte. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit gilt den engen Wechselwirkungen
zwischen Zeitgeschichte und den Strömungen der Musik.
Martina Gedeck gehört zu Deutschlands profiliertesten und beliebtesten Schauspielerinnen. Die Filmbranche feierte sie mit nahezu allen bedeutenden Filmpreisen vom Adolf-Grimme Preis bis zum Stern auf dem Boulevard der Stars. Vor allem ihre Darbietung in dem Oscar-prämierten Film Das Leben der Anderen und dem Oscarnominierten Der Baader-Meinhof Komplex katapultierte sie in die Liga internationaler Großproduktionen.
(Folkwang Kammerorchester)

Termine & Bestellung

Freitag,
13.04.2018
Zeche Zollverein Halle 5, Essen  |  20.00 Uhr
Metamorphosen
Konzert  Schönberg, Mahler, Strauss
Für Preisangaben zu den einzelnen Terminen
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Samstag,
14.04.2018
Zeche Zollverein Halle 5, Essen  |  20.00 Uhr
Metamorphosen
Konzert  Schönberg, Mahler, Strauss
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