„Inferno“
Live Animation Cinema von sputnic nach Dante Aligh

Premiere: 29. Februar 2020

Künstlerische Leitung sputnic (Nils Voges, Malte Jehmlich)
Text und Inszenierung Nils Voges
Illustration Silvia Brandt, Anna Malina
Bühne Michael Konstantin Wolke
Kostüme Vanessa Rust
Dramaturgie Carola Hannusch
Musik Michel Schallenberg
Animationsplatten Michael Dölle und Team

Dante begibt sich auf eine lange Reise: Seine Jenseitswanderung führt ihn vom Inferno über das Purgatorio ins Paradiso – vom Höllentrichter über den Berg der Läuterung in die Himmelssphären. Begleitet von seinem großen Vorbild, dem römischen Dichter Vergil, begegnet er in den neun Höllenkreisen Sündern und Sünderinnen unterschiedlichster Couleur und wird Zeuge grausamster Höllenstrafen, bevor sein Horrortrip auf dem Gipfel des Berges im höchsten Glück endet. Dante Alighieri hat über 13 Jahre an seinem Meisterwerk geschrieben, das er erst kurz vor seinem Tod im Jahre 1321 vollendete. „Die göttliche Komödie“ hat Geschichte geschrieben, denn sie zählt nicht nur zu den wichtigsten Werken der Weltliteratur, sondern mit ihr hat Dante auch das Italienische als Schriftsprache begründet. In „INF2erno“ überschreibt das Medienkollektiv sputnic den ersten Teil des mittelalterlichen Versdramas und erzählt die Heldenreise als „Live Animation Cinema“, einer hybriden Erzählform zwischen live hergestelltem Trickfilm und Bühnenperformance: Dante durchwandert die neun Kreise der irdischen Höllen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, um einen letzten Blick auf das Anthropozän zu werfen, das Zeitalter, in dem der Mensch zum dominanten Weltzerstörer geworden ist. Die Gesänge führen Dante durch die Dystopien vergangener Zeiten, die als Höllen der Gegenwart bereits wahr geworden sind. So betritt er die technologische Hölle von Total-Überwachung, Big Data sowie Cyber- und Drohnenkrieg, durchschreitet die Katastrophen des Klimawandels und des Artensterbens, erlebt das Wiedererstarken rechter Bewegungen und reaktionärer Weltbilder. Doch bevor Dante angesichts der Höllenschrecken alle Hoffnung fahren lässt, zeigen ihm seine Führer, Freunde, Seher und Weggefährten auf der Reise, dass die Gegenwart eigentlich eine der glücklichsten Zeiten der Menschheit ist – oder sein könnte ...

sputnic ist ein Kollektiv von Medienkünstlern, das seit 2004 mediale Szenografien für Theaterstücke produziert, Filme und Installationen schafft und ortsbezogene Interventionen entwickelt. Aus diesen Erfahrungen gestalten sie ihr eigenes Format: Live Animation Cinema, ein Trickfilm, der vor den Augen der Zuschauer animiert, geschnitten und vertont wird. Dabei setzen die Schauspielerinnen und Schauspieler auf der Bühne Kameras, Projektoren, Modelle, Illus trationen und Folien in Bewegung, aber auch ihre Körper, Stimmen und Instrumente ein. Die erste Inszenierung „Die Möglichkeit einer Insel“ am Schauspiel Dortmund wurde 2015 mit dem Kritikerpreis der Stadt Dortmund ausgezeichnet. Es folgten weitere live animierte Inszenierungen am Schauspiel Dortmund und am Theater Bremen (Moks). Dort brachte sputnic zuletzt die von Nils Voges geschriebene Stückentwicklung „IOTA.KI“ zur Premiere. Am Schauspiel Essen war mit „Metropolis“ bereits in der Spielzeit 2017/2018 ein Live-Animation-Cinema-Abend von sputnic zu sehen.
(Theater und Philharmonie Essen)

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