„Peer Gynt“
Schauspiel
Henrik Ibsen
Premiere: 13.12.2019

Inszenierung Karsten Dahlem
Bühne und Kostüme Franziska Sauer
Musik Christoph König
Dramaturgie Judith Hees

Sein Vater vernichtete im Suff die Existenzgrundlage der Familie, seine Mutter und er blieben, vom Bank-rott schwer gezeichnet, allein zurück. Die soziale Katastrophe seiner Jugend hinterlässt Spuren in Peers Psyche, ein Leben lang. Er lechzt nach Anerkennung, will es der Welt beweisen, fühlt sich zunächst für die Mutter verantwortlich und spürt zugleich, er wird den Vater nicht ersetzen können. Der Fantast Peer ersinnt die wildesten Geschichten, flieht vor Wirklichkeit wie Verpflichtungen. Abenteuerdurstig jagt er sich selbst um die halbe Welt: verliebt sich in Solveig, ent-führt Ingrid von ihrer eigenen Hochzeit, landet am Hof des Trollkönigs, lebt allein im Wald, residiert als Großkapitalist in Marokko, betreibt Menschenhandel, wird Prophet und imaginierter Kaiser in Ägypten, um am Ende seines Lebens doch wieder Solveig gegenüberzustehen ... Peer Gynts Ich-Bezogenheit, Selbstinszenierung und Angst vor Mittelmäßigkeit, seine nicht enden wollende Suche nach Liebe und Anerkennung – Henrik Ibsens dramatisches Gedicht lässt schnell vergessen, dass es aus dem Jahr 1867 stammt. „Wild und formlos“ nannte der Autor selbst seinen „nordischen Faust“, für den er sich unter anderem aus dem Fundus der norwegischen Volksdichtung bediente. Ibsens Stationendrama steht für eine Einzelbiografie, aber auch für unsere Zeit, in der sich die Welt gefühlt täglich schneller dreht. Und es scheint, dass wir mitunter sein können, was wir über uns erzählen ... aber überblicken wir unsere übermedialisierte Realität des Postfaktischen überhaupt noch?

Karsten Dahlem, Jahrgang 1975, ist ausgebildeter Schauspieler, Drehbuchautor, Theater- und Filmregisseur. Er inszenierte u. a. am Maxim Gorki Theater, an den Staatstheatern in Nürnberg und Oldenburg, an den Theatern Linz, Bremen, Oberhausen und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Mehrfach wurden seine Inszenierungen ausgezeichnet, u. a. mit dem österreichischen Theaterpreis STELLA, dem Oberhausener Theaterpreis und dem JugendStücke-Preis des Heidelberger Stückemarkts. Die Kinodrehbücher „Freier Fall“ und „Fremde Tochter“, die Karsten Dahlem gemeinsam mit Stephan Lacant geschrieben hat, wurden für den SWR verfilmt und mit diversen Preisen ausgezeichnet. 2016 debütierte Dahlem selbst als Filmregisseur: Sein Film „Princess“ war u. a. für den Max-Ophüls-Preis nominiert und zu mehreren internationalen Festivals eingeladen. Inzwischen hat er weitere Kinofilme in Arbeit, z. B. für die Initiative „Der besondere Kinderfilm“ und den SWR. „Peer Gynt“ ist seine sechste Inszenierung für das Schauspiel Essen. U. a. brachte er „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang Goethe und zuletzt „Auerhaus“ nach dem Roman von Bov Bjerg auf die hiesigen Bühne.
(Theater und Philharminie Essen)

Termine & Bestellung

Freitag,
13.12.2019
Casa, Essen  |  20.00 Uhr
Peer Gynt
Schauspiel  Henrik Ibsen
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Dienstag,
17.12.2019
Casa, Essen  |  19.00 Uhr
Peer Gynt
Schauspiel  Henrik Ibsen
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Samstag,
28.12.2019
Casa, Essen  |  19.00 Uhr
Peer Gynt
Schauspiel  Henrik Ibsen
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Freitag,
24.01.2020
Casa, Essen  |  19.00 Uhr - 20.45 Uhr
Peer Gynt
Schauspiel  Henrik Ibsen
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Dienstag,
28.01.2020
Casa, Essen  |  19.00 Uhr - 20.45 Uhr
Peer Gynt
Schauspiel  Henrik Ibsen
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