Cinderella Yulia Tsoi, Prinz Breno Bittencour
© Bettina Stoess
„Cinderella“
Ballett in drei Akten
Sergej Prokofjew (1891-1953)
Premiere 2. November 2013

Choreographie: Stijn Celis

Libretto: Nikolai Wolkow
Uraufführung: 21. November 1945 am Bolschoi-Theater in Moskau (Choreographie: Rostislaw Sacharows)

Im Winter 1940 begann Prokofjew die Arbeit an dem abendfüllenden Ballett, das dem Märchen Aschenputtel aus den Kinder- und Hausmärchen von den Brüdern Grimm in den wesentlichen Grundzügen folgte. Er arbeitete zusammen mit dem Librettisten Nikolai Wolkow. Die ersten beiden Akte waren nach nicht einmal einem Jahr fertig, jedoch unterbrach der Krieg die Weiterarbeit. Erst 1943 führte der Komponist die Kompositionen weiter und beendete sie 1944. Auch die Uraufführung war aufgrund der Kriegsereignisse nicht am Kirow-Theater in Leningrad (heute: Mariinski-Theater, St. Petersburg) möglich, sondern erst nach dem 2. Weltkrieg in Moskau.
Der Siegeszug des Balletts startete im westlichen Ausland mit der Inszenierung von Frederick Ashton im Dezember 1948 mit dem Sadler's Wells Ballet, dem heutigen Royal Ballet, am Covent Garden Opera House in London.
Die Märchenvorlage setzt Prokofjew mit seiner Musik um, die voller Humor und Rhythmik, Farbe und Harmonie ist. Die pointierten Melodien der Charaktertänze, Ensembletänze, Soli und Pas de deux der Protagonisten bieten hervorragende Möglichkeiten der Darstellung und der choreografischen Umsetzung.
(Sigrid Riemer für die Theatergemeinde Essen)


"Gute Menschen werden durch das Glück immer besser."
(Charles Perrault)

Aschenputtel – die Geschichte eines armen Mädchens, das, von seiner bösen Stiefmutter unterdrückt, sein karges Dasein fristet, bis der Prinz es eines schönen Tages errettet. Ob in der Grimm’schen Aschenputtel-Fassung, Perraults Cendrillon oder der dem englischsprachigen Raum entstammenden Cinderella – die ergreifenden und fantasievollen Motive des Märchens wurden bereits vor 200 Jahren als Ballettstoff entdeckt und seither vielfach choreographiert. Die erfolgreichste Vertonung erlebte diese Geschichte mit der Cinderella-Uraufführung am Moskauer Bolschoi-Theater im Jahre 1945. Sergej Prokofjews humorvoll-skurrile, rhythmisch-pointierte Musik trifft den Märchenton der Vorlage und bietet den Choreographen und Tänzern unbegrenzte Darstellungsmöglichkeiten. Es ist das wohl schwungvollste und tänzerischste Ballett Prokofjews, wenngleich für ihn die „romantische Liebe Aschenbrödels und des Prinzen“ im Vordergrund der Komposition standen.
Der belgische Choreograph Stijn Celis, am Aalto-Theater bereits durch sein abendfüllendes klassisches Ballett zur Musik von Hans Werner Henzes Undine bekannt, erzählt Cinderella als Märchen von heute. Mit stark gezeichneten Charakteren entsteht ein Familien-Drama, dem es nicht an märchenhaftem Zauber fehlt. Im Zentrum seiner unkonventionellen Interpretation stehen die Themen der Selbstfindung und Reifung. Cinderella nimmt dabei keineswegs die Rolle des naiven Mädchens ein, das nur auf seinen Prinzen als Erlöser wartet. Vielmehr zeigt sie sich als willensstarke junge Frau, die sich dagegen wehrt, fremdbestimmt zu sein und lernt, eigenständig zu handeln. Celis’ Cinderella „entdeckt ihre Stärken, gerade weil ihr Schlimmes widerfährt“, so der Choreograph. Den Gegenpart bilden ihre Stiefmutter, der jegliche mütterliche Wärme fehlt, und ihre Stiefschwestern. Amüsant überzeichnet sind sie letzten Endes die tragischen Charaktere des Geschehens, die an ihrer eigenen Missgunst scheitern. Der Unterdrückung des Elternhauses entflieht Cinderella in wundersame, lichte Traumphasen, wobei Realität und Fiktion miteinander verschwimmen. Von Erinnerungen an ihre verstorbene Mutter geleitet, begibt sich Cinderella auf eine Entdeckungsreise ihrer selbst, verliebt sich und geht unbeirrt ihren eigenen Weg, auf dem sie schließlich ihre finstere Kindheit hinter sich lässt.
Celis’ Interpretation zeigt sich inhaltlich wie choreographisch modern und offenbart die Zeitlosigkeit des Märchenstoffes – ein wahrer Klassiker eben. Die persönlichen Bezüge des Choreographen stammen noch aus Kindheitstagen, in denen seine Faszination für das Aschenputtel-Märchen wurzelt. Später lebte er sie künstlerisch aus: „Ich kenne jede Note dieses Prokofjew-Balletts, habe es selbst mehrmals getanzt.“ So verwundert es nicht, dass seine Version ungewöhnlich einfühlsame Einblicke in einen der aufregendsten Lebensabschnitte eines Menschen, das Erwachsenwerden, gewährt.
(Aalto-Theater Essen 2013/14)

Musikalische Leitung: Yannis Pouspourikas
Bühne: Stijn Celis
Kostüme: Catherine Voeffray
Orchester: Bochumer Symphoniker

Termine & Bestellung

Freitag,
15.02.2019
Aalto-Theater, Essen  |  19.30 Uhr - 21.30 Uhr
Cinderella
Tanz  Sergej Prokofjew (1891-1953)
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Donnerstag,
28.02.2019
Aalto-Theater, Essen  |  19.30 Uhr - 21.30 Uhr
Cinderella
Tanz  Sergej Prokofjew (1891-1953)
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Sonntag,
03.03.2019
Aalto-Theater, Essen  |  18.00 Uhr - 20.00 Uhr
Cinderella
Tanz  Sergej Prokofjew (1891-1953)
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Samstag,
16.03.2019
Aalto-Theater, Essen  |  19.00 Uhr - 21.00 Uhr
Cinderella
Tanz  Sergej Prokofjew (1891-1953)
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Sonntag,
31.03.2019
Aalto-Theater, Essen  |  18.00 Uhr - 20.00 Uhr
Cinderella
Tanz  Sergej Prokofjew (1891-1953)
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