Sergey Polyakov (Canio)
© Matthias Jung
„Der Bajazzo (Pagliacci)“
Drama in zwei Akten und einem Prolog
Ruggero Leoncavallo
Premiere am 3. Juni 2021

Fassung für reduziertes Orchester von Francis Griffin
(in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

"Lache, Bajazzo!" - die wohl berühmteste Tenor-Arie aller Zeiten wird in Leoncavallos Einakter von Canio vorgetragen, dem Leiter einer reisenden Theater-Truppe. Auf der Bühne mimt er als Bajazzo den betrogenen Ehemann, der sich von seiner Colombina an der Nase herumführen lässt. Doch kurz vor der Aufführung muss er erfahren, dass ihm auch im wahren Leben von seiner Frau Nedda Hörner aufgesetzt werden. Als diese dann in der Rolle der Colombina auf der Bühne ihre Scherze mit ihm treibt, brennen bei Canio die Sicherungen durch ...

Mit "I Pagliacci" beginnt in der Operngeschichte die Epoche des Verismo - in der das "wahre Leben" auf der Bühne dargestellt werden soll. Leoncavallo bezieht sich bei seinem Werk, für das er übrigens auch selbst den Text verfasst hat, auf ein angeblich reales Ereignis, dem er als Kind selbst beigewohnt haben will. Das von der Theatertruppe aufgeführte "Stück im Stück" spiegelt auf grausam-ironische Weise das tatsächliche Beziehungsgeflecht der Künstler wider; in solchem Maß, dass die Realität das Spiel schließlich unterbricht. Wo liegen also die feinen Grenzen zwischen Wahrheit und Trug, zwischen Theater und Realität? Wie sehr sind wir Gefangene unseres eigenen Lebens, und wie können wir unsere Träume außerhalb unserer Gedankenwelt Wirklichkeit werden lassen?

Roland Schwab, der mit seiner gefeierten "Otello"-Inszenierung bereits eine hochdramatische Fantasie des Wahns auf die Aalto-Bühne stellte, kreiert nun abermals ein magisches Theater, das nur auf den ersten Blick eine sichere Distanz zwischen Kunst und Zuschauerraum wahrt.

Gefördert vom Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen e. V.
(Theater und Philharmonie Essen)

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