Philipp Mathmann (Kain), Xavier Sabata (Gott)
© Matthias Jung
„Kain und Abel“
oder der erste Mord (Cain, overo il primo omicidio
Alessandro Scarlatti
Premiere: 25. Januar 2020

Oratorium in zwei Teilen
Libretto von Antonio Ottoboni
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Rubén Dubrovsky/ Johannes Witt (4., 13.3.)
Inszenierung Dietrich W. Hilsdorf
Bühne Dieter Richter
Kostüme Nicola Reichert
Dramaturgie Christian Schröder

Es ist der erste Mord der Menschheitsgeschichte, doch wie wir wissen,bei weitem nicht der letzte. Denn nach biblischer Überlieferung stammen alle Menschen von einem Mörder ab: Kain, dem ersten Menschen, der auf der Erde geboren wurde. Gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Abel wird er von seinen Eltern Adam und Eva gottesfürchtig erzogen, aber als eines Tages Abels rituelle Opfergaben vorgezogen werden, brechen sich düstere Triebe Bahn: Kain tötet Abel und fordert damit den Zorn Gottes heraus. Die Geschichte aus der Genesis wirft zahlreiche Fragen auf, die die Menschheit seit jeher beschäftigen. Warum geht es mir nicht so gut wie den anderen? Warum werden andere scheinbar grundlos bevorzugt? Ist die Existenz des Bösen fest im Menschen verankert? Hat es gar eine geheime Funktion im Schöpfungsplan? Sind wir alle Teil eines göttlichen Experiments? Kann oder muss man einem Mörder vergeben? Ist Frieden überhaupt möglich, oder ist die Existenz von Gewalt der Menschheitsgeschichte unauslöschlich eingeschrieben? Alessandro Scarlatti erhielt einen Großteil seiner musikalischen Ausbildung in Rom, dem Zentrum der Oratorienkomposition zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Zudem kam ihm die Zeit der „opera proibita“ zu Gute: Zwischen 1698 und 1710 waren in Rom Opernaufführungen verboten, und die Komponisten verbargen ihre Bühnenstücke hinter der Fassade von Oratorien, wodurch sich dieses Genrein eine immer dramatischer werdende Richtung entwickelte. Mit dieser Erfahrung im Gepäck kam Scarlatti 1706 nach Venedig, dem damaligen Opernzentrum. Dort entstand im darauffolgenden Jahr auch „Kain und Abel“, eine packende Dramatisierung der biblischen Geschichte, die Scarlatti in virtuose Barocktöne kleidet. Die Premiere markiert zudem die Rückkehr von Dietrich W. Hilsdorf, dessen Inszenierungen das Aalto-Theater prägten und bis heute nachwirken.
(Theater und Philharmonie Essen)

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