„Carmen“
Oper in vier Akten
George Bizet
Premiere: 13. Oktober 2018

In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sébastien Rouland

Libretto: Henri Meilhac (1831-1897) und Ludovic Halévy (1833-1908)
Literarische Vorlage: "Carmen" (1845) von Prosper Mérimée
Uraufführung: 3. März 1875 an der Opéra-Comique in Paris

Ort und Zeit der ursprünglichen Handlung
Sevilla und Umgebung, ca. 1820

Personen
Don José, Sergeant (Tenor); Escamillo, Torero (Bariton); Dancaïro, Schmuggler (Tenor oder Bariton); Remendado, Schmuggler (Tenor); Moralès, Sergeant (Bariton); Zuniga, Leutnant (Bass); Lillas Pastia, Schankwirt (Sprechrolle); ein Bergführer (Sprechrolle); Carmen, Zigeunerin (Mezzosopran); Micaëla, Bauernmädchen (Sopran); Frasquita, Zigeunerin (Sopran); Mercédès, Zigeunerin (Sopran); Chor und Ballett: Soldaten, junge Männer, Zigarettenarbeiterinnen, Anhänger Escamillos, Zigeuner, Zigeunerinnen, Polizisten, Stierkämpfer etc.; Gassenjungen (Kinderchor).

Ursprünglicher Inhalt
Erster Akt
Soldaten warten auf einem Platz in Sevilla auf das Ende ihrer Wache. Das Bauernmädchen Micaëla erscheint und fragt den Sergeanten Moralès nach Don José. Dieser wird mit der nächsten Wache erscheinen, doch die junge Frau will nicht auf ihn warten und geht. Da kündigt ein Trompetensignal bereits die Wachablösung an. Don José wird über die junge Frau, die nach ihm gefragt hat, informiert und er erkennt Micaëla. Diese lebt im Haus seiner Mutter als Pflegetochter. Während der folgenden Wache wird Don José von dem neu in Sevilla stationierten Leutnant Zuniga nach den Arbeiterinnen der Zigarrenfabrik ausgefragt. Doch Don José interessiert sich nicht für die attraktiven Arbeiterinnen. Als die Glocke den Beginn der Pause verkündet, strömen die Arbeiterinnen aus der Fabrik und werden von den Männern direkt umschwärmt. Als letzte erscheint Carmen, die von vielen Verehren umschwärmt wird, doch sie lässt diese stehen und wendet sich dem abweisenden Don José zu, in dem sie ihm eine Blüte zuwirft. Benommen von dem Duft der Blume und dem Charme der Zigeunerin bleibt Don José am Ende der Pause zurück. Da kommt Micaëla mit einem Brief der Mutter, in dem er gebeten wird, nach Hause zurückzukehren und Micaëla zu heiraten. Diesem Wunsch will Don José folgen, als er lautes Geschrei aus der Fabrik hört. Carmen ist in einen Streit mit einer Kollegin geraten und hat diese mit einem Messer verletzt.
Don José hält Carmen während des Verhöres durch Leutnant Zuniga fest. Doch da Carmen diesen nur verspottet, soll Don José sie gefesselt ins Gefängnis bringen. Auf dem Weg dorthin verführt Carmen den Sergeanten, sie doch zu befreien. Dafür verspricht sie ihm in Lillas Pastias Kneipe eine wunderschöne gemeinsame Nacht. Don José überwindet sein Pflichtgefühl und löst die Fesseln, woraufhin er verhaftet wird.

Zweiter Akt
In der Taverne des Lillas Pastia singen und tanzen Zigeunerinnen zusammen mit Zuniga und seinen Offizieren. Auch Carmen ist dort und erfährt, dass Don José für sie eine einmonatige Gefängnisstrafe abgesessen hat. Der gefeierte Stierkämpfer Escamillo kommt mit Freunden in die Kneipe. Er wird direkt vom Charme Carmens in seinen Bann gezogen. Sie weist ihn jedoch ebenso zurück wie zwei Schmuggler, die die drei Zigeunerinnen Carmen, Frasquita und Mercédes bei einem Diebeszug als Ablenkmanöver für Zöllner benötigen. Carmen wartet auf Don José, für den sie- als er kommt - ganz alleine tanzt. Doch trotz aller Verführungskünste will José direkt aufbrechen, als er den Zapfenstreich hört. Für dieses Pflichtbewusstsein verspottet die Zigeunerin den Soldaten und will ihn zu einem gemeinsamen Schmugglerleben überreden. José lässt sich von seinen Liebesgefühlen nicht aufhalten. Als jedoch Zuniga erscheint, wird José von seiner Eifersucht übermannt und greift den Leutnant an. Carmen versucht, die beiden Kämpfenden auseinander zu bekommen. Schließlich können die Schmuggler den Leutnant fesseln. José muss sich der Bande anschließen.

Dritter Akt
Bei einer Rast der Schmuggler im Gebirge reizt Carmen José, in dem sie sich gleichgültig ihm gegenüber gibt. Als sie mit ihren Freundinnen die Karten legt, wird den beiden anderen Glück und Liebe vorhergesagt, Carmen jedoch der Tod.
Die beiden Schmuggler Dancaïro und Remendado kommen von ihren Erkundungen zurück. Ihr Plan sieht vor, dass die Frauen die Zöllner mit ihren Verführungskünsten ablenken, während die Männer einen Teil der Waren über die Grenze bringen und José den Rest bewacht. José wird wieder von seiner Eifersucht gequält. Eine ängstliche Micaëla kommt auf der Suche nach José in die Felsenschlucht. Seine Mutter liegt im Sterben und verlangt nach ihrem Sohn. Auch Escamillo erscheint. Micaëla beobachtet unbemerkt, wie José mit Escamillo, als dieser seine Liebe zu Carmen gesteht, zu kämpfen beginnt. Micaëla kann gerade rechtzeitig José daran hindern, den Stierkämpfer zu töten, der alle aus Dankbarkeit für seine Rettung zu seinem nächsten Stierkampf in die Arena von Sevilla einlädt. Der gedemütigte José folgt Micaëla zu seiner Mutter, droht Carmen jedoch seine Rückkehr an.

Vierter Akt
Ein Platz in Sevilla vor der Arena
Carmen zieht an der Seite des umjubelten Escamillo in die Stierkampf-Arena ein. Sie wird von Frasquita gewarnt, die den eifersüchtigen José in der Menge entdeckt hat. Da tritt ihr José auch schon in den Weg. Als sie alleine sind, gesteht José ihr seine Liebe und beschwört sie zu ihm zurückzukommen. Doch sie lehnt es ab und besteht auf ihrer Freiheit. Den Ring, den José ihr geschenkt hat, wirft sie ihm vor die Füße. Jose sticht in dem Moment auf Carmen ein, als Escamillos Sieg in der Arena bejubelt wird. Der verzweifelte Don José lässt sich widerstandslos festnehmen.

Die Pariser Opéra-Comique beauftragte Bizet im Winter 1872/73 für eine Oper mit gesprochenen Dialogen, deren Text er alleine aussuchen durfte. Mit Halévy und Méilhac hatte er bereits zusammengearbeitet und die beiden schrieben das Libretto auf der Grundlage der Novelle von Mérimées. Bizet erweiterte die traditionelle Form sowohl durch eine provokative Figurenauswahl aus niederem Milieu sowie dem tragischen Schluss. Die Uraufführung dieser Oper wurde nicht mit großer Begeisterung aufgenommen. Der Inhalt und die Form waren für das Publikum ungewohnt und wurden von den Kritikern zerrissen. Erst durch eine Aufführung der Oper in Wien kurz nach dem frühen Tod des Komponisten begann der Erfolg der Oper, die durch Ballett und Rezitativen statt gesprochenen Dialogen von Ernest Guiraud ergänzt wurde. Bis heute ist "Carmen" eine der am häufigsten aufgeführten Opern des internationalen Repertoires.
(Sigrid Riemer für die Theatergemeinde Essen)

Sie ist eine der meistgespielten und beliebtesten Opern aller Zeiten – sicherlich wegen des überbordenden und unvergleichlichen Reichtums an Melodien, doch ganz gewiss auch aufgrund der leidenschaftlichen und bis heute unergründlichen und faszinierenden Titelheldin. Carmen ist die freie, unabhängige und begehrte Frau, die unbeirrt von der Gesellschaft ihren ganz eigenen Weg verfolgt. Der Sergeant Don José verliebt sich in sie, gibt für sie sein bürgerliches Leben auf und wird schließlich zum Gesetzlosen. Als seine Besitzansprüche an sie zu groß werden, verlässt sie ihn für den Stierkämpfer Escamillo. Don José ersticht sie. "Ein im höchsten Maße unmoralisches Werk!", hieß es nach der Pariser Uraufführung 1875. Und damit schien der Stab über Carmen gebrochen: Sie sei eine Femme fatale, verrucht, gefährlich und unanständig, eben eine Gefahr für einen von Grund auf tugendhaften Mann. Die Nachwelt hat diese Einschätzung zwar revidiert, gesellschaftsfähig wäre eine reale Carmen aber vermutlich auch heute noch nicht. Bizet und seine beiden Librettisten haben ein spannendes Protagonistenquartett entwickelt, anhand dessen sie die Gesellschaft sezieren. Da ist Micaëla, ein tugendhaftes Bauernmädchen: bürgerlich und brav – ein Gegenentwurf zu Carmen? Und da ist Escamillo, draufgängerisch und abenteuerlustig, so ganz anders als Don José. Wie begegnen wir diesen Figuren heute – im Zuge von Feminismus und Gleichberechtigung, Gender Studies und #MeToo sowie fast 150 Jahren, die uns von der Entstehungsgeschichte trennen? Wer ist gut, wer ist „böse“? Die Personen scheinen wohl ebenso wenig eindeutig zu sein wie das hinreißende Spanienkolorit der Partitur, das der Franzose Georges Bizet aufs Notenpapier zauberte, ohne jemals spanischen Boden betreten zu haben … Ein "unmoralisches Werk"? Zum Glück!




Termine & Bestellung

Donnerstag,
18.10.2018
Aalto-Theater, Essen  |  19.30 Uhr
Carmen
Oper  George Bizet
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Samstag,
27.10.2018
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Donnerstag,
01.11.2018
Aalto-Theater, Essen  |  18.00 Uhr
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Mittwoch,
14.11.2018
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Samstag,
24.11.2018
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Sonntag,
16.12.2018
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Mittwoch,
19.12.2018
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Freitag,
28.12.2018
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Freitag,
18.01.2019
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16.02.2019
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Sonntag,
17.03.2019
Aalto-Theater, Essen  |  18.00 Uhr
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