Der Rosenkavalier
© Presse Aalto-Theater
„Der Rosenkavalier“
Komödie für Musik in drei Aufzügen
Richard Strauss (1864-1949)

Libretto: Hugo von Hofmansthal
Uraufführung: 26. Januar 1911 an der Dresdner Hofoper

Personen
Feldmarschallin Fürstin Werdenberg (Sopran); Baron Ochs von Lerchenau (Bass); Octavian, genannt Quinquin, ein junger Herr aus großem Haus (Mezzosopran); Herr von Faninal, ein reicher Neugeadelter (Bariton); Sophie, seine Tochter (Sopran); Jungfer Marianne Leitmetzerin, ihre Erzieherin (Sopran); Valzacchi, ein Intrigant (Tenor); Annina, seine Begleiterin (Mezzosopran); Haushofmeister bei der Feldmarschallin (Tenor); Haushofmeister bei Faninal (Tenor); ein Notar (Bass), ein Wirt (Tenor); ein Sänger (Tenor); drei adlige Waisen (Sopran, Mezzosopran, Alt); eine Modistin (Sopran); ein Tierhändler (Tenor); vier Lakaien der Feldmarschallin (zwei Tenöre, zwei Bässe), vier Kellner (ein Tenor, drei Bässe); Dienerschaft bei Faninal (Diener, Mägde, Küchenpersonal); Dienerschaft des Barons; Gasthofpersonal u. a.

Ort und Zeit
Wien (Schlafzimmer der Feldmarschallin; Saal bei Faninal; Extrazimmer in einem Vorstadt-Wirtshaus) nach 1740, in den ersten Jahren der Regierung Maria Theresias.

Inhalt
1. AKT
Die Frau des Feldmarschalls, Maria Theresa Fürstin Werdenberg, wacht neben ihrem siebzehnjährigen Geliebten, Octavian Graf Rofrano, auf. Nachdem der Mohr ihnen das Frühstück gebracht hat, kommt zum Glück nicht der Ehemann, sondern ihr Vetter, Baron Ochs auf Lerchenau. Octavian kann sich schnell als Kammerzofe verkleiden. Jedoch kann Octavian als "Mariandl" sich kaum den Zudringlichkeiten des prahlenden Barons erwehren. Der erbittet aber eigentlich von der Marschallin einen Brautwerber, der die "silberne Rose" überreichen soll. Durch die Heirat von Sophie, der Tochter des neureichen und erst kürzlich geadelten Herrn von Faninal, sollen seine Geldprobleme gelöst werden. Die Marschallin schlägt Octavian für die Aufgabe des Brautwerbers ("Rosenkavalier") vor. Unterbrochen wird das Gespräch durch das "Lever" mit verschiedenen Bittstellern, Intriganten, Personal und einen Sänger. Nachdem Ochs und Octavian gegangen sind, bleibt die alternde Marschallin wehmütig zurück.
2. AKT
Sophie und ihr Vater warten aufgeregt in ihrem Haus auf die Ankunft des Rosenkavaliers. Octavian betritt mit großem Gefolge den Saal, überreicht mit wohlgewählten Worten die silberne Rose, verkündet die Ankunft des Bräutigams und - verliebt sich in die schöne Sophie. Der hereinpolternde Bräutigam, der sich grobschlächtig und rüpelhaft benimmt, verschreckt die junge sensible Braut, die sich ebenfalls in den jungen Brautwerber verguckt hat. Als Faninal und der Baron ins Nebenzimmer gehen, um den Ehevertrag zu unterschreiben, gesteht sich das junge Paar seine Liebe und küsst sich. Da stürzen die beiden Intriganten Valzacchi und Annina, die von Ochs als Spione angeworben wurden, aus dem großen Kamin des Saales. Durch den Tumult wird der Baron herbeigerufen, den Octavian vergeblich zum Duell fordert. Octavian verletzt ihn aber mit dem Degen leicht am Arm. Sophie wird von ihrem Vater vor die Wahl gestellt, den Baron zu heiraten oder ins Kloster zu gehen. Sie bleibt standhaft bei ihrer Weigerung. Der Baron wird in seiner Enttäuschung schnell durch ein Billett, das ihm Annina gibt, getröstet. Darin bittet ihn die Zofe Mariandl um ein Stelldichein.
3. AKT
In einem Zimmer eines zweifelhaften Lokals bereitet sich Octavian auf sein Treffen mit Ochs - verkleidet als Zofe - vor. Als der Baron erscheint, können nur Erscheinungen und Spukgestalten den zudringlichen Liebhaber abhalten, der vermeintlichen Zofe zu nahe zu treten. Die Polizei wird gerufen, da erscheinen auch noch Faninal mit seiner Tochter und schließlich die Feldmarschallin. Octavian kleidet sich heimlich um. Entsetzt über das Verhalten des zukünftigen Schwiegersohns fällt Faninal in Ohnmacht. Die Feldmarschallin erklärt der Polizei, dass alles nur ein Scherz war, verjagt den Baron, führt die beiden jungen Leute zusammen und verzichtet damit auf ihren Geliebten. Schließlich wird sie von Faninal nach Hause begleitet. Das junge Paar kann sein Glück kaum fassen.
(Theatergemeinde Essen)

Entstehung und Wirkung
"Titel? Ich bin doch für den ‚Ochs'!" schreibt Richard Strauss am 2. Mai 1910 an seinen Librettisten Hugo von Hofmannsthal.
Später entscheidet man sich dann für den Titel "Der Rosenkavalier". Aber Octavian, der Kavalier mit der silbernen Rose ist nicht der eigentliche Hauptheld. Und auch seine beiden Geliebten, die Marschallin und Sophie sind zwar wichtige Figuren (zusammen mit Vater Faninal sind sie alle vier wichtige Gegenspieler von Ochs), geraten jedoch nur durch ihn überhaupt in dramatische Situationen. Die Hauptperson ist der Baron Ochs von Lerchenau, ein verarmter Adliger, einer, der kein Geld mehr hat und dem deshalb niemand mehr Freund ist.
Mit anderen Worten: ohne den Ochs käme überhaupt kein Spektakel zustande. Sein Walzerlied ist das lebendigste Stück in dieser Oper, ein ungezähmter Ausdruck barocker Lebenslust. Im letzten Akt geht es dem Ochs an den Kragen. Draußen tanzen sie schaurig schönen Walzer, drinnen machen sie ihn fertig, bis die Polizei kommt. Die Polizei wird nicht fein mit ihm umgehen. In dieser wie in jener Welt hat er verspielt. Doch ohne ihn müssen auch die anderen zurück ins Dunkel; die Marschallin, Octavian und Sophie nehmen Abschied. Alles war, alles ist nur ein Traum.
"Behaglich und von sentimentalem Reiz" sei ihm der erste Akt gelungen, lobt sich Hofmannsthal am 3. August 1909 selbst, und der Erfolg gibt ihm recht. Alle spüren, dass die Monarchie nicht mehr lange halten wird, umso ausgiebiger klammern sie sich an die "Livrée" von annodazumal und schwelgen im altwienerischen Schein-Rokoko, leben gefühlvoll museale Träume aus.
Straussens Musik legt sich schonend wie ein Wattemantel um die historischen Details, sie einhüllend und verklärend. Die Essener Neuinszenierung verspricht ein in jeder Hinsicht opulent ausgestattetes heiter-melancholisches Traumspiel, bei dem Hör- und Schaulust auf ihre Kosten kommen werden.
(Aalto-Theater Essen)

Inszenierung: Anselm Weber
Bühne: Thomas Dreißigacker
Kostüme: Bettina J. Walter
Dramaturgie: Bettina Bartz

Termine & Bestellung

Sonntag,
26.04.2020
Aalto-Theater, Essen  |  16.30 Uhr - 20.30 Uhr
Der Rosenkavalier
Oper  Richard Strauss (1864-1949)
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