Madame Butterfly
© Joerg Landsberg
„Madama Butterfly“
Tragödie einer Japanerin in drei Akten
Giacomo Puccini (1858-1924)

Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
Uraufführung: 17. Februar 1904 in Mailand (als Oper in zwei Akten), am 28. Mai 1904 in Brescia (in drei Akten)
Deutsche Erstaufführung: 1907 in Berlin

Personen
Cio-Cio-San, genannt Butterfly (Sopran); Suzuki, ihre Dienerin (Mezzosopran); Pinkerton, Leutnant der US-Marine (Tenor); Kate Pinkerton (Sopran); Sharpless, Konsul der Vereinigten Staaten in Nagasaki (Bariton); Goro (Tenor); Fürst Yamadori (Tenor); Onkel Bonze (Bass); Kaiserlicher Kommissar (Bariton); Der Standesbeamte (Bass); Mutter Cho-Cho-Sans (Mezzosopran); Das Kind (stumme Rolle); Verwandte, Freunde und Freundinnen von Cho-Cho-San, Diener.

Ort und Zeit
Nagasaki, um 1900.

Inhalt
Erster Akt
Die reizende Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly, wurde durch den Heiratsvermittler Goto an den amerikanischen Marineleutnant Pinkerton vermittelt. Dieser möchte die japanische Hochzeit, die in Amerika nicht anerkannt wird, so schnell als möglich hinter sich bringen und schlägt die Warnungen des Konsul Sharpless gegen die Scheinehe in den Wind. Die Geisha erscheint mit ihrer Familie und die Hochzeit findet statt. Da die verliebte Butterfly für Pinkerton sogar die "amerikanische" Religion angenommen hat, wird sie von ihrem Onkel Bonze verflucht. Die Hochzeitsfeier endet damit abrupt. Ihre Dienerin Suzuki macht Butterfly für die Hochzeitsnacht zurecht. Pinkerton und Butterfly genießen verliebt ihr Liebesglück.

Zweiter Akt
Butterfly wartet seit drei Jahren mit ihrer Dienerin Suzuki und dem Kind, das sie inzwischen geboren hat, auf die Rückkehr Pinkertons. Der Konsul Sharpless will ihr von einem Brief erzählen, in dem Pinkerton seine Rückkehr nach Japan, aber nicht zu ihr, ankündigt. Butterfly lässt den Konsul nicht zu Wort kommen. Auch seinen Ratschlag, den Antrag des reichen Fürsten Yamadori anzunehmen, lehnt sie ab im Glauben, dass ihre Ehe mit Pinkerton gültig ist und das gemeinsame Kind ihn an sie bindet. Durch einen Kanonenschuss kündigt sich die Ankunft von Pinkertons Schiff an. Butterfly und Suzuki schmücken das Haus zum Empfang mit Blumen.

Dritter Akt
Butterfly hat eine Nacht wachend auf Pinkerton gewartet, aber er ist nicht erschienen. Nachdem Butterfly sich zu Bett gelegt hat, erscheinen Pinkerton und Sharpless. Sie gestehen Suzuki zögernd, dass der Leutnant mit seiner amerikanischen Ehefrau gekommen ist, um sein Kind zu sich nach Amerika zu holen, wo es eine gesicherte Zukunft erwartet. Als Butterfly die amerikanische Frau in ihrem Garten erblickt, wird ihr alles klar. Das Kind will sie nur ihm alleine übergeben. Pinkerton weicht ihr aber aus. Sie schickt das Kind zu ihm, dann ergreift sie den Dolch ihres Vaters, mit dem er sich bereits das Leben nahm, und ersticht sich.
(Sigrid Riemer für die Theatergemeinde Essen)

Schon bevor er seine "Tosca" 1899 vollendet hatte, suchte Giacomo Puccini nach einem Libretto für die folgende Oper - ohne brauchbares Resultat, wie so oft in seinem Leben. Als er aber 1900 in London weilte, schickte man ihn schnurstracks ins Duke of York's Theatre, wo ein Schauspiel des amerikanischen Autors David Belasco gegeben wurde: "Madame Butterfly". Obwohl der Komponist kein Wort Englisch verstand, war ihm schlagartig klar: Diese "Tragödie einer Japanerin" würde seine nächste Oper. Als "Madama Butterfly" 1904 an der Mailänder Scala herauskam, war die Enttäuschung riesig, für das Publikum wie den Komponisten. Doch es brauchte nur ein paar Retuschen, damit das Werk noch im selben Jahr seinen bis heute andauernden Siegeszug antreten konnte. Diesen hatte es sich jahrzehntelang durch eine Art Verstellung erschwindelt. Man tat so, als spiele die Handlung in einem exotischen Reich von mandeläugigen Porzellanpuppen. Ein solches Stück hatte nämlich weder Belasco geschrieben noch Puccini komponiert. Zwar waren Exotismen um die Jahrhundertwende sehr in Mode, zwar gab es für die kleine Cio-Cio-San in dem Roman "Madame Chrysanthème" von Pierre Loti schon ein Vorbild, dessen Operntauglichkeit André Messager bewiesen hatte, aber all das hatte mit jenem Verismo, dem sich Puccini letztlich verpflichtet fühlte, wenig zu tun: der schonungslosen Darstellung der Wahrheit auf der Bühne. Wie sehr Puccini diesem Ideal nahe kommen wollte, belegen seine Besuche bei der Gattin des japanischen Konsuls in Rom, von der er sich nicht nur über japanische Musik, sondern auch über landestypische Gebräuche aus erster Hand informieren ließ. Und der ständige Griff zum Whiskyglas der trinkfreudigen Amerikaner auf der Bühne bei gleichzeitiger Intonation der US-Nationalhymne ist nicht anders denn als sarkastischer Kommentar auf den Hegemonialanspruch der Neuen Welt im pazifischen Raum zu verstehen. So wird aus der "Tragödie einer Japanerin" in der Oper auch eine Tragödie Amerikas.
(Aalto-Theater Essen)

Musikalische Leitung: Matthew Halls
Inszenierung: Tilman Knabe
Bühne: Alfred Peter
Kostüme: Gabriele Rupprecht
Choreinstudierung: Jens Bingert

Termine & Bestellung

Samstag,
05.05.2018
Aalto-Theater, Essen  |  19.00 Uhr - 21.45 Uhr
Madama Butterfly
Oper  Giacomo Puccini (1858-1924)
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Sonntag,
20.05.2018
Aalto-Theater, Essen  |  18.00 Uhr - 20.45 Uhr
Madama Butterfly
Oper  Giacomo Puccini (1858-1924)
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Sonntag,
24.06.2018
Aalto-Theater, Essen  |  18.00 Uhr - 20.45 Uhr
Madama Butterfly
Oper  Giacomo Puccini (1858-1924)
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