Aida
© Matthias Jung
„Aida“
Oper in vier Akten
Giuseppe Verdi (1813-1901)
in italienischer Sprache

Libretto: Antonio Ghislanzoni (1824-1893)
nach einem Szenarium des Ägyptologen Pascha Francois Auguste Ferdinand Mariette Bey (1821-1881).
Uraufführung: 24. Dezember 1871 im Dar Elopera Al Misria in Kairo

Personen
Pharao Ramses, König von Ägypten (Bass); Amneris, seine Tochter (Mezzosopran); Aida, äthiopische Königstochter, Sklavin am ägyptischen Königshof (Sopran); Radames, ägyptischer Feldherr (Tenor); Ramphis, Oberpriester (Bass); Amonasro, König von Äthiopien und Vater der Aida (Bariton); ein Bote (Tenor); eine Tempelsängerin (Mezzosopran); Priester, Priesterinnen, Minister, Hauptleute, Soldaten, Sklaven, Gefangene, Volk (Chor).

Ort und Zeit der Handlung
Memphis und Theben, Zeit der Herrschaft der Pharaonen

Inhalt
Erster Akt
Die Tochter des äthiopischen Königs Aida wurde als Geisel nach Ägypten verschleppt. Unerkannt als Sklavin am ägyptischen Hof lebend hat sie sich in den ägyptischen Heerführer Radames verliebt. Nach der Weissagung des Orakels der Göttin Isis muss Radames den Feldzug gegen die Äthiopier anführen, die zur Befreiung Aidas nach Ägypten eindringen. Nach dem Feldzug will Radames die nubische Prinzessin heiraten. Doch auch Amneris, die selbstbewusste Tochter des Ägypterpharaos, liebt den Feldherrn und will ihn für sich gewinnen. Als Radames mit seinen Truppen auszieht, bleibt Aida zurück, hin- und hergerissen zwischen Vaterlandsliebe und ihrer Liebe zu Radames.
Im Vulkantempel in Memphis erhält Radames in einem Ritual die heiligen Waffen vom Oberpriester Ramphis.



Zweiter Akt
Während der Vorbereitungen zur Siegesfeier für das ägyptische Heer, das die Äthiopier besiegt hat, lässt sich Amneris von Aida schmücken. Dabei entlockt sie ihr ein Liebesgeständnis, in dem sie ihr den Tod Radames vorgaukelt. Doch schließlich erklärt sie der verzweifelten Aida, dass ihr Geliebter doch noch lebt, er aber die Pharaonentochter heiraten soll. Vor den Stadttoren Thebens empfangen feierlich der König von Ägypten mit seinem Hof und der Priesterschaft den jungen erfolgreichen Feldherren Radames und seine Truppen. Die Kriegsgefangenen werden vorgeführt. Unter den Gefangenen ist Amonasro, der äthiopische König und Aidas Vater, der aber seine wahre Identität nicht preisgibt. Er räumt die Niederlage seines Landes ein und berichtet vom angeblichen Tod des äthiopischen Königs. Für sein Volk bittet er um Gnade und um die Freilassung der Gefangenen. Eigentlich fordern der Oberpriester Ramphis wie auch der ägyptische König den Tod der Gefangenen, aber Radames unterstützt den äthiopischen Unterhändler. Bis auf Amonasro und Aida werden alle Gefangenen freigelassen. Radames erhält als Lohn für seinen Erfolg die Tochter des Königs zur Frau und wird Thronfolger. Er und Aida bedauern die Aussichtslosigkeit ihrer Liebe.

Dritter Akt
Amneris wird vom Oberpriester in den Isistempel geführt, um dort in der Nacht vor ihrer Hochzeit zur Göttin Isis zu beten. Während Aida auf Radames wartet, erscheint ihr Vater, der sie dazu bewegen will, von Radames den Weg zu erfahren, den die ägyptischen Truppen einschlagen würden, um in Äthiopien einzufallen. Doch Aida will den Geliebten nicht ausnutzen, auch wenn der Vater ihre Erinnerungen an die ferne Heimat weckt. Als Radames kommt, versteckt sich Amonasro in Hörweite. Aida will mit dem Geliebten aus Ägypten fliehen. Radames erwähnt nach einigem Zögern einen geheimen Pfad durch die Napataschlucht, der von den ägyptischen Truppen nicht bewacht wird. Da tritt Amonasro hervor und gibt sich als König der Äthiopier zu erkennen. Radames muss erkennen, dass er sein Vaterland verraten hat. Aida will mit beiden fliehen, doch da erscheint Amneris. Als sie Radames einen Verräter schimpft, stürzt sich Amonasro auf sie und will sie erdolchen. Das verhindert Radames, der sich weigert zu fliehen, sondern sich widerstandslos gefangen nehmen lässt. Amonasro und seine Tochter Aida können entkommen.

Vierter Akt
1. Szene - Vor den Türen des Gerichts im königlichen Palast.
Die verzweifelte Amneris will Radames retten und beschwört ihn, sich vor dem Gericht der Priester zu verteidigen, um sein Leben zu schützen. Aber Radames will ohne die totgeglaubte Aida nicht leben. Da gesteht Amneris, dass Amonasro zwar gefallen ist, Aida jedoch fliehen konnte. Wenn Radames auf Aida verzichtet, verspricht sie ihm das Leben. Diesen Handel lehnt Radames aber ab. Er wird in sein unterirdisches Gefängnis geführt, in dem er von den Priestern angeklagt wird, was Radames mit Schweigen quittiert. Daraufhin wird er verurteilt, in den Räumen unter dem Altar der Göttin lebendig begraben zu werden.
2. Szene - Ein Tempel mit einer Krypta.
Radames wird in einem unterirdischen Gewölbe eingemauert. Er hofft, dass Aida in Äthiopien in Sicherheit ist. Doch als der letzte Stein eingefügt wird, hört Radames einen Seufzer. Es ist Aida, die sich bei Tagesanbruch in die Krypta geschlichen hat, um mit ihm zu sterben. Sie nehmen gelassen Abschied von diesem "Tal der Tränen". Amneris hört man zu Isis für Radames Seele beten, während oben im Tempel die Priesterinnen singen.

Entstehung
Obwohl Verdi es im Jahr 1869 abgelehnt hatte, für die Eröffnung des Suezkanals sowie des neuen Opernhauses in Kairo eine Hymne zu komponieren, wurde er im Sommer 1870 vom Khediven von Ägypten, Ismael Pascha (1830-1895), beauftragt, eine eigene Oper in ausschließlich ägyptischem Stil zu komponieren. Der in Kairo lebende renommierte Antiquar und beratende Ägyptologe des Louvre Auguste Mariette Bey hatte Verdis früherem Librettisten und Manager der Pariser Opéra-Comique Camille du Locle dazu den Entwurf eines Opernszenarios zugeschickt. Bereits im November 1870 stellte Verdi die Oper fertig nach intensiver Recherchearbeit zur ägyptischen Geographie, religiösen Traditionen und Zeremonien sowie architektonischen Besonderheiten der Pharaonenzeit. Da die Kostüme und Requisiten aufgrund des Deutsch-Französischen Krieges (1870-1871) im von Preußen belagerten Paris eingeschlossen waren, konnte die Uraufführung erst am 24. Dezember 1871 in Kairo stattfinden.
(Sigrid Riemer für die Theatergemeinde Essen)

Giuseppe Verdis "Aida" ist nicht nur ein prunkvolles Spektakel im Schatten der Pyramiden, sondern auch ein packendes Drama um eine unmögliche Liebe in Zeiten des Kriegs. Die Sklavin Aida liebt den feindlichen Feldherrn Radames. Aber auch die Pharaonentochter Amneris hat ein Auge auf den Heerführer geworfen. Die fatale Eifersuchtsgeschichte endet tödlich - Aida und Radames werden bei lebendigem Leibe eingemauert und sterben gemeinsam.
Die Inszenierung von Dietrich W. Hilsdorf ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil
des Repertoires am Aalto-Musiktheater und steht nun wieder auf dem Spielplan: pralles Theater zu Verdis leidenschaftlicher Musik. Jenseits touristischer Ägypten-Klischees zeigt diese "Aida" die intensive Begegnung zweier Menschen, die an der Machtbesessenheit ihrer Umgebung scheitern. Der berühmte Triumphmarsch-Hit gerät zum bitterbösen Vorbeimarsch der Kriegsgewinnler und ihrer Opfer.
"Eine "Aida" zum Sehen und Hören. Für Leute, die sehen und hören wollen."
(Frankfurter Rundschau)
(Aalto-Theater Essen 2012/13)

Musikalische Leitung: Yannis Pouspourikas
Inszenierung: Dietrich W. Hilsdorf
Bühne und Kostüme: Johannes Leiacker
Choreinstudierung: Alexander Eberle

Termine & Bestellung

Samstag,
20.10.2018
Aalto-Theater, Essen  |  19.00 Uhr - 22.00 Uhr
Aida
Oper  Giuseppe Verdi (1813-1901)
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Sonntag,
04.11.2018
Aalto-Theater, Essen  |  18.00 Uhr - 21.00 Uhr
Aida
Oper  Giuseppe Verdi (1813-1901)
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Samstag,
17.11.2018
Aalto-Theater, Essen  |  19.00 Uhr - 22.00 Uhr
Aida
Oper  Giuseppe Verdi (1813-1901)
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