Don Giovanni
© Karl Forster
„Don Giovanni“
Dramma giocoso in zwei Akten
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Libretto: Lorenzo da Ponte (1749-1838)
Uraufführung: 29. Oktober 1787 am Gräflich Nostitzsches Nationaltheater in Prag

Besetzung
Don Giovanni, ein ausschweifender junger Edelmann (Bassbariton oder Bariton); Il Commendatore (Der Komtur) (Bass); Donna Anna, seine Tochter und Braut von Don Ottavio (Sopran); Don Ottavio, ihr Verlobter (Tenor); Donna Elvira, vornehme Dame aus Burgos, Don Giovannis verlassene Geliebte (Sopran); Leporello, Don Giovannis Diener (Bass); Masetto, ein Bauer, Bräutigam der Zerlina (Bass); Zerlina, seine Braut, eine Bäuerin (Sopran, auch Mezzo-Sopran); Bauern, Bäuerinnen, Musikanten, Diener (Chor).

Ort und Zeit
Eine Stadt in Spanien, 17./18. Jahrhundert

Erster Akt
Don Giovannis Diener Leporello muss schlechtgelaunt vor dem Haus des Komtur Wache halten, da sein Herr sich eingeschlichen hat, um die Tochter des Hauses zu verführen. Doch diese weist den unbekannten Eindringling zurück. Als er fliehen will, versucht Donna Anna ihn an der Flucht zu hindern und ruft ihren Vater zur Hilfe. Dieser kommt hinzu und wird vom vermummten Don Giovanni im Zweikampf getötet. Mit seinem Diener kann Don Giovanni fliehen. Mit ihrem Verlobten Don Ottavio findet die junge Frau die Leiche ihres Vaters und fordert blutige Rache.
Bereits wieder auf der Suche nach einem neuen Liebesabenteuer trifft Don Giovanni auf seine ehemalige Geliebte Elvira, die ihm noch immer nachweint. Doch der Edelmann überlässt es seinem Diener, die junge Dame aus Burgos zu trösten.
Schließlich trifft Don Giovanni auf eine Hochzeitsgesellschaft, die er gegen den Willen des Bräutigams Masetto auf sein Schloss einlädt, da Giovanni Gefallen an der Braut Zerlina findet. Er verspricht ihr die Heirat, doch bevor die junge Braut ihm nachgibt, taucht Donna Elvira auf und befreit Zerlina.
Auf der Suche nach dem Mörder ihres Vaters erscheinen Donna Anna und Don Ottavio. Als Don Giovanni verspricht, ihnen bei der Suche zu helfen, tritt Donna Elvira hinzu und warnt das verzweifelte Paar vor dem Edelmann. Mit der Behauptung, Elvira sei verrückt, will Don Giovanni sich von den Vorwürfen befreien. Doch Donna Anna erkennt die Stimme des Mörders und fordert von ihrem Verlobten, den Täter zu bestrafen. Für seine Verlobte will Ottavio alles tun.
Don Giovanni lädt zu einem großen Fest in sein Schloss ein, zu dem auch Zerlina mit dem wiederversöhnten Masetto sowie die maskierten Donna Anna, Ottavio und Donna Elvira erscheinen. Don Giovanni kümmert sich nur um Zerlina und zieht sich mit ihr in ein Nebenzimmer zurück. Sie schreit jedoch um Hilfe. Dreist beschuldigt Don Giovanni seinen Diener, die junge Frau bedrängt zu haben. Doch die Gäste glauben ihm nicht, sondern geben sich zu erkennen und drohen dem Übeltäter sein baldiges Ende an.

Zweiter Akt
Von dem abenteuerlichen Leben seines Herrn ermüdet will Leporello seinen Dienst kündigen. Doch Don Giovanni überredet ihn mit einem Beutel Gold zum Bleiben. Um an die Zofe von Donna Elvira heranzukommen, tauscht der Verführer mit seinem Diener die Kleidung. Als Elvira am Fenster erscheint, überredet Leporello in der Rolle seines Herrn, die junge Frau mit ihm ein wenig spazieren zu gehen, damit er sich bei ihr entschuldigen kann. Daraufhin bringt Don Giovanni dem Kammermädchen ein Ständchen. Da stürmt der eifersüchtige Masetto mit bewaffneten Bauern heran. Doch Don Giovanni kann - in der Kleidung seines Dieners - die Meute auf die falsche Fährte führen und den Bräutigam alleine verprügeln, der schließlich von seiner Braut Zerlina getröstet wird.
Leporello - in der Kleidung seines Herrn - wird von Don Ottavio angegriffen, als er mit Donna Elvira in die Nähe des Hauses von Donna Anna kommt. Doch die drei erkennen den Irrtum und lassen vom Diener ab. Ottavio setzt die Suche nach dem Mörder fort, Elvira schwankt zwischen Rachegefühlen und Mitleid mit ihrem ehemaligen Geliebten.

Don Giovanni und sein Diener treffen auf einem Friedhof aufeinander. Plötzlich unterbricht eine gespenstische Stimme Don Giovannis Bericht über seine letzten Abenteuer. Von der Statue des Grabes vom Komtur klingt die Stimme herüber. Furchtlos lädt Don Giovanni das Standbild in sein Schloss ein.
Donna Anna weist den ihr ergebenen Don Ottavio zurück, da sie sich noch nicht binden möchte.
Auf seinem Schloss genießt Don Giovanni ein festliches Abendessen. Donna Elvira, die ihn zu einem besseren Leben überreden will, wird von ihm nur verspottet. Da erscheint die Statue vom Friedhof und ermahnt den Edelmann ebenfalls, sein Leben zu ändern. Doch Don Giovanni lehnt dies ab. Da öffnet sich die Erde und Don Giovanni wird von Flammen verschlungen.
Die Opfer des Lebemanns kommen zusammen und betonen die Moral der Geschichten - "Also stirbt, wer Böses tat!". Für sich finden sie folgende Lösungen: Donna Anna bittet Don Ottavio um ein weiteres Jahr Geduld, Donna Elvira geht ins Kloster, Zerlina kehrt mit Masetto nach Hause zurück und Leporello sucht sich im Wirtshaus einen neuen Herrn.

Das Meisterwerk der Operngeschichte "Don Giovanni oder richtiger Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni" (‚Der bestrafte Wüstling oder Don Giovanni') (KV 527) stellt einen Wendepunkt in der Operngeschichte durch die Interpretation des Don-Juan-Themas dar. Mozart versteht es meisterlich in seiner Musik hinter der humorvollen Oberfläche auch die seelischen Abgründe hörbar zu machen. Die Musik charakterisiert deutlich die einzelnen Rollen und setzt sie untereinander in Beziehung.
(Sigrid Riemer für die Theatergemeinde Essen)

Für diese Inszenierung wurde Stefan Herheim vom renommierten Fachmagazin „Opernwelt” zum „Regisseur des Jahres 2007” gewählt. Von den überregionalen Medien hochgelobt, entwickelte sich das Werk auch zum Publikumsrenner.

Der Mythos von Don Juan entstammt einer volkstümlichen Legende, die Ereignisse in einem der Klöster Sevillas tradiert. Mehrere dramatische Ausgestaltungen, u. a. von Molina, Molière und Goldoni, gehen der Zusammenarbeit von Lorenzo da Ponte und Wolfgang Amadeus Mozart an ihrem heiteren Drama „Don Giovanni“ (UA 1787) voraus.

Die 2065 von Leporello katalogisierten Opfer des Liebesgottes belegen akribisch, dass Don Giovannis erotischer Genussdrang eine fast religiös absolute Dimension besitzt. Dabei gibt Giovanni den Wunsch nach Freiheit – „Viva la libertà!“ – seiner Feier-Gemeinde als Gebetsparole vor. In „Objekte der Begierde“ kommt der Surrealist Luis Buñuel dieser fatalen Verknüpfung von Liebessehnsucht und Erlösungsreligion nahe: „Heute steht es, wenn es stimmt, was mir erzählt wird, mit der Liebe wie mit dem Glauben an Gott. Sie scheint zu verschwinden, jedenfalls in bestimmten Gesellschaftsschichten. Man betrachtet sie gern als ein historisches Phänomen, als eine kulturelle Illusion. Man studiert sie, man analysiert sie, und wenn möglich, heilt man sie.“
Diese Heilssuche des Gottes der Liebe, nach göttlicher Liebe und für einen liebenden Gott wurde auf den Tag genau am 251. Geburtstag Mozarts in Essen aufgeführt.
(Aalto-Theater Essen 2015/16)

Gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

Musikalische Leitung: Michael Hofstetter
Inszenierung: Stefan Herheim
Bühne / Kostüme: Thomas Schuster
Choreinstudierung: Alexander Eberle

Termine & Bestellung

Samstag,
09.02.2019
Aalto-Theater, Essen  |  19.00 Uhr - 22.15 Uhr
Don Giovanni
Oper  Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Für Preisangaben zu den einzelnen Terminen
loggen Sie sich bitte ein.

Freitag,
01.03.2019
Aalto-Theater, Essen  |  19.30 Uhr - 22.45 Uhr
Don Giovanni
Oper  Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Für Preisangaben zu den einzelnen Terminen
loggen Sie sich bitte ein.

Sonntag,
28.04.2019
Aalto-Theater, Essen  |  18.00 Uhr - 21.15 Uhr
Don Giovanni
Oper  Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791)
Für Preisangaben zu den einzelnen Terminen
loggen Sie sich bitte ein.


 DruckenDrucken