Ensemble "Nabucco"
© Pedro Malinowski
„Nabucco“
Oper
Guiseppe Verdi
Premiere: 16. Juni 2018

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Libretto: Temistocle Solera (1815-1878)

Uraufführung: 9. März 1842 im Teatro alla Scala in Mailand

Ort und Zeit der Handlung
Jerusalem und Babylon, 586 v. Chr.

Personen
Nabucco (Nabukodonozor), König von Babylon (Bariton); Abigaille, angeblich erstgeborene Tochter von Nabucco (Sopran); Fenena, zweitgeborene Tochter von Nabucco (Mezzosopran); Ismaele, Neffe von Sedecia, dem König von Jerusalem, liebt Fenena (Tenor); Zaccaria, Hohepriester der Hebräer (Bass); Anna, Zaccarias Schwester (Sopran); Abdallo, babylonischer Wächter (Tenor); Hohepriester des Baal (Bass); Soldaten, Volk (Chor)

Handlung
Erster Akt - Jerusalem
Im Tempel des Salomon in Jerusalem
Der babylonische König Nabucco hat die Israeliten besiegt und marschiert in die Stadt ein. Die Hebräer und Leviten haben sich in Salomons Tempel versammelt, um ihr Schicksal zu beklagen. Dort wird ihnen vom Hohepriester Zaccaria Hoffnung gemacht, dass sie mit der Tochter Nabuccos, Fenena, ein wichtiges Pfand in der Hand haben. Jedoch wird Fenena von Ismaele, dem Neffen des Sedecia von Jerusalem, bewacht. Ismaele war selber Gefangener der Babylonier. Damals war er von Fenena befreit worden. Die beiden haben sich verliebt und planen jetzt ihre gemeinsame Flucht. Da wird der Tempel von babylonischen Soldaten betreten, die als Hebräer verkleidet sind. Sie stehen unter der Führung von Abigaille, von der alle annehmen, dass sie die erstgeborene Tochter Nabuccos sei. Diese gesteht ihre Liebe zu Ismaele. Wenn er ihre Liebe erwidert, würde sie alle gefangenen Hebräer freilassen. Dies lehnt Ismaele ab. Verfolgte Hebräer suchen Zuflucht im Tempel, als König Nabucco erscheint. Der Hohepriester droht mit der Tötung Fenenas. Als er sie erdolchen will, wirft sich Ismaele dazwischen und wird für seinen Verrat vom Hohepriester verflucht. Nabucco umarmt seine gerettete Tochter und lässt den Tempel niederbrennen.

Zweiter Akt - Der Frevler
1. Szene - Die königlichen Zimmer im Palast in Babylon
Nabucco hat seine Tochter Fenena zur Thronfolgerin gemacht. Die neidische Abigaille erfährt aus einem Geheimdokument, dass sie nicht die Erstgeborene ist, sondern nur die Tochter einer Sklavin. Aus Eifersucht will sie Fenena töten und den Thron übernehmen. Der Hohepriester des Baals unterstützt sie, da Fenena die Hebräer befreit hat und selbst zum Judentum übergetreten ist. Er lässt die falsche Nachricht verbreiten, dass Nabucco im Krieg gefallen sei.

2. Szene - In einem anderen Flügel des Palastes
Der Hohepriester Zaccaria und die anderen Hebräer beten gemeinsam. Als Ismaele hinzutritt, wird er verwünscht. Zaccaria ruft jedoch zur Vergebung auf. Da kommt der Offizier Abdallo hereingestürmt mit der Nachricht von Nabuccos Tod und der Krönung Abigailles durch das Volk. Daraufhin will Abigaille Fenena die Krone entwinden. Diese will sich den Thron nicht nehmen lassen und leistet Widerstand. Plötzlich taucht der tot geglaubte Nabucco auf und reißt die Krone an sich. Er ruft sich selber zum Gott der Babylonier und der Juden aus und verlangt die Anbetung durch das Volk. Doch ihm wird die Krone durch Blitze vom Kopf geschleudert. Nabucco wird wahnsinnig. Unerschrocken und machthungrig setzt sich Abigaille die Krone selber auf.

Dritter Akt - Die Prophezeiung
1. Szene - Die hängenden Gärten im königlichen Palast in Babylon
Nachdem Abigaille die Huldigungen der Adeligen entgegen genommen hat, kommt der geistig verwirrte Nabucco zur ihr. Sie redet auf ihn ein und bringt ihn durch eine List dazu, dass er die Todesurteile der Hebräer und damit auch die Hinrichtung ihrer ungeliebten Schwester unterschreibt. Als Nabucco in einem Moment der Klarheit versteht, was er gerade unterschrieben hat, droht er Abigaille damit, ihre unwürdige Herkunft dem Volk zu verraten. Doch Abigaille vernichtet das verräterische Dokument und lässt ihren Vater von der Wache abführen. Nabucco bietet ihr noch den Thron an, wenn sie dafür Fenena verschont.

2. Szene, Ufer des Euphrats
Die den Verlust ihrer Heimat betrauernden Hebräer (Gefangenenchor "Va, pensiero") werden von ihrem Hohepriester Zaccaria getröstet und im Namen Gottes ermuntert, die Hoffnung nicht aufzugeben.

Vierter Akt - Das zerstörte Götzenbild
1. Szene - Räume des königlichen Palastes in Babylon
Die gefangenen Hebräer werden mit Fenena zusammen zur Hinrichtung geführt. Nabucco erwacht aus unruhigem Schlaf und muss die Prozession der dem Tod Geweihten mit ansehen. In seiner Verzweiflung kniet sich Nabucco nieder und fleht den Gott der Hebräer an. In diesem Augenblick wird sein Geist klar und sein treuer Offizier Abdallo erscheint in der Tür mit einem Trupp königstreuer Wachen. Nabucco stürmt mit ihnen los, um Fenena zu befreien.

2. Szene - In den hängenden Gärten des königlichen Palastes in Babylon
Kurz vor der Hinrichtung Fenenas und der anderen Hebräer auf dem Opferaltar stürmt Nabucco mit seinen Leuten hinzu. Bevor diese seinen Befehl zur Zerstörung des Götzenbildes ausführen können, stürzt es von selber ein. Nabucco entlässt die Gefangenen und fordert sein Volk auf, sich vor dem Gott der Juden zu verneigen. Ihm will er einen neuen Tempel bauen. Abigaille kommt hinzu. Sie hat sich vergiftet. Auch sie bittet den Gott der Hebräer sterbend um Vergebung. Die neue Freiheit und Jehova werden von Nabucco und dem Volk bejubelt.

Entstehung
Nach einem ersten Misserfolg mit der musikalischen Komödie "Un giorno di regno" wollte Giuseppe Verdi eigentlich nie wieder eine Oper komponieren. Doch vom Direktor der Mailänder Scala wurde er überredet, sich das Libretto von Temistocle Solera doch einmal genauer anzusehen. Es hatte zum einen die Freiheitsbestrebungen des jüdischen Volkes in der babylonischen Gefangenschaft zum Thema , zum anderen auch die Überheblichkeit des Helden, der sich selbst zum Gott macht und scheitert. Der eigentlich vorgesehene Komponist Otto Nicolai hatte das Drama über Nabucodonosor (abgekürzt Nabucco, die italienische Namensform von Nebukadnezar) abgelehnt. Verdi ließ sich jedoch sogleich davon begeistern.
So wurde Nabucco zu seinem ersten großen Erfolg.
(Sigrid Riemer für die Theatergemeinde)

„Dies ist die Oper, mit der in Wahrheit meine künstlerische Laufbahn beginnt!“, ahnte Giuseppe Verdi bereits kurz nach der Uraufführung seines „Nabucco“, der ihn im März 1842 über Nacht zum Superstar machte. Wer weiß, welchen Weg das Schicksal des Komponisten genommen hätte, hätte ihm nicht der Mailänder Impresario Bartolomeo Melli eines Tages das Textbuch eines jungen italienischen Dichters in die Hand gedrückt, dessen Brisanz und Dramatik Verdis Theaterinstinkt nicht widerstehen konnte? 28 Jahre war er da alt und durch den traumatischen Verlust seiner beiden Kinder und seiner Frau privat und beruflich in eine Sackgasse geraten. Trotz seiner Trauer erkannte Verdi in der alttestamentarischen Geschichte um den babylonischen Tyrannen Nebukadnezar II. (ital. Nabucco) sofort die politische Sprengkraft für eine Gesellschaft, in der sich die italienische Einheitsbewegung immer offener gegen die Fremdherrschaft Frankreichs und Österreichs aufzulehnen begann.

Denn auch in „Nabucco“ leidet ein Volk unter der Unterdrückung: Nach der Eroberung Jerusalems durch den Babylonier-König Nabucco haben sich die verzweifelten Hebräer in den Tempel zurückgezogen. Der Hohepriester Zaccaria spricht den Menschen Mut zu, habe man doch mit Nabuccos Tochter Fenena eine mächtige Geisel in seiner Gewalt. Was niemand weiß: Ihr hebräischer Bewacher Ismaele ist in die junge Frau verliebt und plant ihre gemeinsame Flucht. Auch Fenenas ältere Schwester Abigaille liebt Ismaele, wird von ihm jedoch zurückgewiesen. Als Abigaille herausfindet, dass sie lediglich die Tochter einer Sklavin ist und damit keinen rechtmäßigen Anspruch auf die Krone besitzt, entreißt sie Nabucco die Macht und beschließt, ihre Thronrivalin Fenena und alle Hebräer zu töten …
(Musiktheater im Revier)

Termine & Bestellung

Sonntag,
18.11.2018
MiR Großes Haus Gelsenkirchen  |  15.00 Uhr
Nabucco
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