Jan Pröhl, Philipp Alfons Heitmann, Laura Kiehne, Jens Winterstein
© Diana Küster
„After Midnight“
Uraufführung
Florian Heller
Premiere: 14. Dezember 2019

Ein tiefer Blick in Gläser und Abgründe mit Songs von Clapton, Cash und Cohen von Florian Heller

Inszenierung Christian Tombeil
Musikalische Leitung Hajo Wiesemann
Bühne und Kostüme Ivonne Theodora Storm
Dramaturgie Florian Heller

Stellen Sie sich vor, was hätte passieren können, wenn Eric Clapton, Johnny Cash und Leonard Cohen ein unvergleichliches gemeinsames Konzert gegeben hätten. Und nun hören Sie bitte wieder auf, sich das vorzustellen, denn an dem Ort, an dem wir uns befinden, ist keiner der drei je gewesen: Mitten im amerikanischen „Rust Belt“ liegt zwischen einer Tankstelle und einem Reifenlager das „After Midnight“, und wie die gesamte Region hat auch dieser Laden schon bessere Tage gesehen. Als Patties Mutter ihn eröffnete, spielten hier allabendlich mehr oder minder erfolgreiche Bands, und die Spirituosen flossen in Strömen. Jetzt fließt gar nichts mehr, vor allem kein Geld, und Pattie hätte der trostlosen Spelunke und ihrer Heimatstadt längst den Rücken gekehrt, gäbe es nicht einerseits die Verpflichtung dem mütterlichen Erbe gegenüber und andererseits ihren Freund Rick, der seine Karriere als Musiker partout nicht aufgeben will. Ausgerechnet in einer stürmischen und schneeverwehten Silvesternacht will er mit einem Konzert im „After Midnight“ das große Comeback seiner Band feiern. Aber in dieser Nacht treibt vielleicht Zufall, vielleicht eine Planetenkonstellation oder einfach nur die Kälte auch noch den reisenden Händler Cassius und den eloquenten, aber geheimnisvollen Dichter Norman in die Bar. Vier einsame Seelen sitzen nun abgeschnitten von der Außenwelt am Tresen des „After Midnight“, und es entspinnt sich ein abgründiges Spiel um Zukunft, Vergangenheit, Liebe, Trauer, Schuld und Hoffnung.

Ausgangspunkt für „After Midnight“ war die Idee von Ensemblemitglied Thomas Büchel zu einem musikalischen Programm mit Songs von Eric Clapton, Johnny Cash und Leonard Cohen. Als „Grindhouse-Liederabend“ irgendwo im Niemandsland zwischen Edward-Hopper-Gemälden, Tarantino und Blues verknüpft das Stück seine Figuren mit Songs dieser drei Musik-Ikonen, deren Werke und Biografien exemplarisch für tiefe Einsichten, tiefe Gefühle, aber auch tiefe Abgründe stehen: „There is a crack in everything. That's how the light gets in.“

Christian Tombeil ist seit 2010/2011 Intendant des Schauspiel Essen. Ausgebildet zum klassischen Tänzer, studierte er zunächst Germanistik und Kunstgeschichte in Stuttgart. Dem Studium folgten Regieassistenzen, und ab 1990 arbeitete Christian Tombeil als Regisseur für Schauspiel und Musiktheater sowie als Lightdesigner unter anderem in Wien, Stuttgart, Düsseldorf und Brüssel. Von 1997 bis 2010 war er Stellvertretender Generalintendant und Künstlerischer Betriebsdirektor an den Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach, wo er vielfach inszenierte. Lehraufträge führten ihn an zahlreiche Universitäten und Hochschulen. Am Schauspiel Essen inszenierte er zuletzt das Auftragswerk zum 125. Geburtstag des Grillo-Theaters: „Jupp – ein Maulwurf auf dem Weg nach oben“ von Gertrud Pigor.
(Theater und Philharmonie Essen)

Termine & Bestellung

Freitag,
12.06.2020
Grillo Theater, Essen  |  19.30 Uhr - 22.25 Uhr
After Midnight
Schauspiel  Florian Heller
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