„Mojo Mickybo“
für Kinder ab 12 Jahren
Owen McCafferty
Premiere: 31. Januar 2020

Belfast, 1970: Mojo wohnt die Straße runter und Mickybo gleich hinter der Brücke und seit sie zusammen „Butch Cassidy and The Sundance Kid“ im Kino gesehen haben, sind sie beste Freunde und coole Cowboys und begnadete Bankräuber und kuschen nicht mehr vor den Jungen aus der Nachbarschaft.

Ich heiße ab jetzt Sundance, Mama – Ab ins Haus, Sundance. – Sundance geht jetzt rein, Ananasstückchen essen.

Es sind Kinder, die erste Zigaretten probieren und den Hügel herunterrollen und davon träumen, nach Australien auszuwandern oder zumindest bis Newcastle, mit dem Bus.

Und was ist, wenn du nach Australien gehst und dann sind da auch Bomben? – Warum sollten denn da Bomben sein? – Keine Ahnung. Ich will nach Amerika. – Ist Amerika nah dran an Australien? – Ja, da ist ne Brücke dazwischen oder so was. – Wenn du nach Amerika gehst und ich nach Australien, dann ist das so wie jetzt.

Belfast, 1970: Es ist die Zeit von The Troubles, des blutigen Bürgerkriegs zwischen Katholiken und Protestanten, Bombenanschläge prägen den Alltag der geteilten Stadt. Mojo wohnt die Straße runter im protestantischen, Mickybo gleich hinter der Brücke im katholischen Viertel.

Bist du tot, Papa? – Ja, das bin ich, mein Sohn. – Ich wette, da war ganz viel Blut, was, Papa? – Gott weiß wie viel, mein Sohn.

Sie spielen und träumen und kämpfen, bis der Bürgerkrieg sie einholt und einer von ihnen Stellung beziehen soll. Australien ist sehr weit weg.

Owen McCafferty, 1961 in Belfast geboren, studierte an der University of Ulster Philosophie und Geschichte und arbeitet heute als Dramatiker in Nordirland. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen und zählt heute mit seinen Theaterstücken, Hörspielen und Filmadaptionen zu den bedeutendsten zeitgenössischen Autoren im englischsprachigen Raum.

Emel Aydo?du studierte Szenische Forschung, Moderne und Zeitgenössische Kunst, Kunstgeschichte und Religionswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. 2011 wurde sie für ihren Kurzfilm „Meine Oma, Meine Wurzel, Meine Heimat“ mit dem Sonderpreis der Mercator-Stiftung ausgezeichnet. Seit 2011 inszenierte Sie am Schauspielhaus Bochum und in der freien Szene. 2016 gründete sie das Tanz- Theater-Kollektiv transkript ´09. Aydo?du inszenierte dokumentarische Tanz-Theaterstücke sowie Kindertheaterstücke und szenische Lesungen für das Schauspielhaus Bochum. Nach „Die Nacht kurz vor den Wäldern“ von Bernard-Marie Koltés ist „Mojo Mickybo“ ihre zweite Regiearbeit für das Theater Oberhausen.
(Theater Oberhausen)

Momentan sind leider keine Termine zu diesem Werk in unserer Datenbank hinterlegt.
Für spezielle Terminanfragen wenden Sie sich bitte an unser Service-Team.


 DruckenDrucken